Anthologieausschreibung Heimat erleben Bayern und Franken
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Ein Bahnhofsschild im Morgennebel, der Geruch von Zwetschgendatschi in der Küche der Großmutter, ein fränkischer Satz, den außerhalb der Familie niemand versteht: Heimat zeigt sich selten nur auf einer Landkarte. Sie lebt in kleinen Beobachtungen, vertrauten Wegen und in Erlebnissen, die uns geprägt haben. Genau dafür öffnet die Anthologieausschreibung Heimat erleben, Geschichten erzählen - Bayern und Franken einen literarischen Raum. Und: Es ist bereits der zweite Band der Reihe, der sich mit Bayern und Franken beschäftigt. Hier gibt es Infos zum ersten Buch.
Gesucht sind Texte, die Bayern und Franken nicht als Postkartenmotiv behandeln, sondern als persönlichen Erfahrungsort. Wer schreibt, darf nahe heranzoomen: auf ein Dorf, ein Viertel, einen Fluss, eine Werkstatt, einen Festtag oder einen Abschied. Auch Widersprüche haben ihren Platz. Heimat kann Geborgenheit bedeuten, Fernweh auslösen, verloren gegangen sein oder erst nach vielen Jahren wiedergefunden werden.

Eine spannende Lektüre bietet schon der erste Band. Bild KI generiert
Heimat ist persönlich - und niemals nur idyllisch
Eine starke Heimatgeschichte muss keine Sehenswürdigkeit erklären. Sie beginnt oft dort, wo etwas Eigenes sichtbar wird. Vielleicht erinnert sich Ihre Erzählerin an die erste Fahrt allein mit der Regionalbahn. Vielleicht kehrt ein Mann nach Jahrzehnten in seinen fränkischen Geburtsort zurück und merkt, dass er die Menschen noch kennt, den Ort aber nicht mehr. Vielleicht entdeckt ein Kind beim Angeln am Bach eine Welt, die Erwachsenen längst selbstverständlich geworden ist.
Bayern und Franken tragen viele unterschiedliche Landschaften, Sprachklänge und Lebensrhythmen in sich. Das Alpenvorland erzählt anders als die Oberpfalz, Nürnberg anders als ein kleines Winzerdorf, das Allgäu anders als Mainfranken. Gerade diese Vielfalt macht einen Sammelband lebendig. Es geht nicht darum, eine Region möglichst vollständig abzubilden. Entscheidend ist, dass ein Text einen glaubwürdigen Blick eröffnet.
Auch kritische Töne sind willkommen, wenn sie literarisch getragen sind. Wer über Wegzug, Strukturwandel, Hochwasser, überfüllte Innenstädte oder das Gefühl schreibt, nirgends ganz dazuzugehören, erzählt ebenfalls von Heimat. Die schönsten Texte halten nicht an einer glatten Oberfläche fest. Sie geben einem Ort Ecken, Stimmen und Geschichte.
Welche Geschichten zur Ausschreibung passen
Für die Anthologieausschreibung zu "Heimat erleben, Geschichten erzählen - Bayern und Franken" können Erzählungen, Erinnerungen und literarische Momentaufnahmen besonders passend sein. Eine Handlung darf ganz klein sein: das gemeinsame Kirschpflücken, ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, der letzte Tag im Elternhaus oder ein unerwartetes Gespräch im Wirtshaus. Aus einer konkreten Szene kann ein ganzer Kosmos entstehen.
Wer lieber fiktional schreibt, darf Figuren erfinden und ihnen eine eigene Beziehung zur Region geben. Eine Krimihandlung, eine leise Liebesgeschichte oder eine humorvolle Familienepisode kann ebenso funktionieren wie autobiografisch geprägte Prosa. Wichtig bleibt, dass Bayern oder Franken nicht bloß Kulisse sind. Der Ort sollte etwas mit dem Geschehen machen: Entscheidungen beeinflussen, Erinnerungen wecken oder eine besondere Atmosphäre schaffen.
Dialekt kann einem Text Farbe geben, braucht aber Fingerspitzengefühl. Einzelne Begriffe oder kurze Dialogpassagen wirken häufig stärker als lange, schwer verständliche Abschnitte. Leserinnen und Leser aus anderen Regionen sollen der Geschichte folgen können, ohne dass ihr Klang verloren geht. Eine behutsame Einbettung in den Zusammenhang genügt meist.
Der konkrete Moment trägt den Text
Statt zu schreiben, dass ein Dorf malerisch sei, zeigen Sie, wie sich der Kies unter den Schuhen anfühlt, wenn am frühen Morgen die Bäckerei öffnet. Statt allgemein von Familienzusammenhalt zu sprechen, lassen Sie zwei Schwestern beim Kartoffelschälen miteinander ringen. Solche Details machen einen Text unverwechselbar.
Dabei gilt: Nicht jede Erinnerung muss vollständig erzählt werden. Oft ist es klüger, eine einzige Situation auszuwählen und ihr Zeit zu geben. Ein kurzer Text gewinnt, wenn er eine klare Bewegung hat - eine Begegnung, eine Erkenntnis, einen Konflikt oder einen Blick, der am Ende anders geworden ist.
So findet Ihre Idee eine gute Form
Bevor Sie losschreiben, kann eine einfache Frage helfen: Welcher Ort in Bayern oder Franken hat mir etwas beigebracht? Vielleicht fällt Ihnen sofort ein Platz ein. Vielleicht kommt zunächst ein Gegenstand, ein Lied, ein Rezept oder ein Satz in den Sinn. Folgen Sie dieser Spur. Erinnerungen müssen nicht chronologisch sein, um wahrhaftig zu wirken.
Schreiben Sie den ersten Entwurf ruhig großzügig. Im zweiten Schritt beginnt die eigentliche Arbeit: Prüfen Sie, wo Ihre Geschichte beginnt, was sie verändert und welches Bild bleiben soll. Streichen Sie Erklärungen, die der Text bereits zeigt. Ein gut gesetztes Detail ersetzt oft mehrere Sätze Hintergrundwissen.
Lesen Sie den Text anschließend laut. So hören Sie Wiederholungen, zu lange Satzketten und Dialoge, die noch nicht natürlich klingen. Gerade bei regionalen Themen lohnt sich außerdem die Frage, ob jemand ohne eigene Ortskenntnis versteht, worum es geht. Der Text darf regional verwurzelt sein, sollte seine Leserinnen und Leser aber einladen statt ausschließen.
Sorgfalt bei der Einreichung zeigt Respekt für den Text
Eine Anthologie entsteht aus vielen einzelnen Stimmen und braucht deshalb klare gemeinsame Regeln. Maßgeblich sind immer die Angaben der aktuellen Ausschreibung: geforderte Textform, Zeichen- oder Wortumfang, Einsendeschluss, Format und Hinweise zur Veröffentlichung. Wer diese Vorgaben vor dem Absenden noch einmal prüft, erleichtert der Redaktion die Arbeit und gibt dem eigenen Beitrag die beste Ausgangsposition.
Achten Sie auf einen aussagekräftigen Titel und eine sauber überarbeitete Fassung. Korrigieren Sie Rechtschreibung, Namen und Ortsbezeichnungen sorgfältig. Besonders bei autobiografisch inspirierten Texten ist Zurückhaltung wichtig: Schützen Sie Persönlichkeitsrechte und verändern Sie erkennbare Details, wenn dies nötig ist. Eine berührende Geschichte braucht keine Bloßstellung, um ehrlich zu sein.
Papierfresserchens MTM-Verlag begleitet seit vielen Jahren Schreibende in Anthologieprojekten und weiß, wie viel Mut in einer Einsendung stecken kann. Eine Auswahl bedeutet immer auch, dass Texte zusammen ein Buch ergeben sollen: mit unterschiedlichen Perspektiven, Stimmungen und Stimmen. Deshalb ist eine Absage kein Urteil über den Wert einer Geschichte. Schreiben bleibt ein Weg, auf dem jeder Text Erfahrung für den nächsten schafft.
Heimat erleben Bayern und Franken: Ihre Stimme zählt
Vielleicht leben Sie seit jeher in Bayern oder Franken. Vielleicht sind Sie fortgezogen und tragen einen bestimmten Dialekt, eine Landschaft oder ein Familienritual dennoch in sich. Vielleicht kamen Sie erst später in die Region und sehen Dinge, die Einheimischen kaum noch auffallen. All diese Blickwinkel können einander im Buch begegnen. Vielleicht schreiben Sie nicht über die Region, leben aber dort und möchten sich als Autore aus der Region vorstellen.
Warten Sie nicht auf die große, spektakuläre Begebenheit. Notieren Sie den Moment, der Ihnen nicht aus dem Kopf geht: das Licht auf dem Marktplatz nach Regen, die Brotzeit am See, die Stimme eines Nachbarn, den Klang der Kirchenglocken über den Dächern. Aus solchen Splittern wachsen Geschichten, in denen andere etwas von sich selbst wiederfinden können.
Geben Sie Ihrem Ort eine Stimme - nicht, weil Heimat immer leicht ist, sondern weil sie erzählt werden möchte.
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