Anthologieausschreibung Heimat erleben Ruhrgebiet
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Geschichten über den Ruhrpott
Ein Förderturm im Abendlicht, der Geruch von Pommes an der Bude, ein stiller Weg am Kanal oder der Satz, den die Großmutter immer im Ruhrpottton sagte: Heimat zeigt sich selten nur auf Postkarten. Die Anthologieausschreibung Heimat erleben, Geschichten erzählen Ruhrgebiet gibt diesen persönlichen Momenten einen Platz im Buch. Gesucht sind Geschichten, die eine Region nicht erklären müssen, sondern sie spürbar machen.
Und es ist nicht unserer erster Band der Reihe, der sich um das Ruhrgebiet dreht. Bereits im vergangenen Jahr erschien ein Buch über den Pott mit Geschichten und persönlichen Erinnerungen. Auch von unserer Verlegerin, die selbst aus Hamm stammt und dort 1983 ihr Abitur am Märkischen Gymnasium abgelegt hat. Und sie weiß nur zu genau, dass das Ruhrgebiet ist laut, herzlich, widersprüchlich und voller Veränderungen.
Gerade deshalb bietet es Stoff für Texte, die nahegehen können: über Herkunft und Aufbruch, über Erinnerungen an Arbeit und Familie, über Ankommen in einer neuen Stadt oder über den Blick junger Menschen auf ihre Umgebung. Wer schreibt, darf dabei ganz bei sich bleiben. Denn ein glaubwürdiger Text entsteht nicht dadurch, dass er alles über das Revier erzählen will, sondern dadurch, dass er einen besonderen Ausschnitt ernst nimmt.
Heimat erleben im Ruhrgebiet: Geschichten mit Haltung
Heimat ist kein festes Bild. Für manche ist sie der Stadtteil, in dem jede Straße bekannt ist. Für andere beginnt sie erst dort, wo sie nach einem Umzug neue Freundschaften schließen. Sie kann Sicherheit bedeuten, aber ebenso Reibung, Sehnsucht oder die Entscheidung, einen Ort hinter sich zu lassen. Diese unterschiedlichen Erfahrungen machen eine Anthologie lebendig.
Das Ruhrgebiet eignet sich besonders gut für solche Vielstimmigkeit. Zwischen ehemaligen Zechen, lebendigen Innenstädten, Kleingärten, Fußballplätzen, Halden und Wasserwegen liegen unzählige Geschichten. Doch auch der ganz gewöhnliche Alltag hat seinen literarischen Wert: die Busfahrt zur Schule, das Gespräch im Treppenhaus, der Samstag auf dem Markt, die erste Schicht, der letzte Arbeitstag oder ein Spaziergang durch ein Viertel, das sich sichtbar verändert.

Eine starke Einreichung muss nicht nostalgisch sein. Natürlich dürfen Kindheitserinnerungen, alte Fotos und vertraute Redewendungen vorkommen. Ebenso willkommen sind Gegenwartstexte, die Fragen stellen: Wem gehört ein Stadtteil? Was bleibt, wenn ein vertrauter Laden schließt? Wie fühlt sich Heimat an, wenn die eigene Familie aus verschiedenen Ländern stammt? Gerade diese Spannung zwischen Bewahren und Verändern macht regionale Literatur interessant.
Was eine passende Geschichte auszeichnet
Bei einer Anthologie zählt neben dem Thema vor allem die eigene Stimme. Ein Text darf leise, humorvoll, poetisch oder nachdenklich sein. Entscheidend sind konkrete Szenen: Eine Nachbarin, die Essen vor die Tür stellt, erzählt mehr über Zusammenhalt im Ruhrgebiet als eine allgemeine Beschreibung.
Auch regionale Wörter oder kurze Dialoge können Heimat vermitteln. Dialekt sollte jedoch verständlich bleiben. Ebenso braucht eine Geschichte eine Entwicklung – manchmal genügt eine Begegnung, eine Erinnerung oder ein veränderter Blick auf einen vertrauten Ort.
Von der Erinnerung zur Geschichte
Viele gute Texte beginnen mit persönlichen Erinnerungen. Denken Sie an einen Ort im Ruhrgebiet, den Sie kennen: einen Bahnsteig, einen Garten, eine Straße oder eine Halde. Was ist dort geschehen und warum ist diese Erinnerung geblieben? Oder an den Lehrer, den Sie nie leiden konnten ... oder der Sie ganz besonders gefördert hat.
Aus solchen Momenten können Erzählungen, literarische Miniaturen oder Erfahrungsberichte entstehen. Schreiben Sie zunächst frei und überarbeiten Sie anschließend. Streichen Sie Wiederholungen und unnötige Erklärungen – kurze Texte gewinnen durch Präzision.
Anthologieausschreibung zum Ruhrgebiet
Eine Anthologie vereint unterschiedliche Stimmen und zeigt das Ruhrgebiet aus vielen Perspektiven. Erinnerungen an Bergbau und Industrie können ebenso dazugehören wie Geschichten über Familie, Nachbarschaft, Schule, Migration, Abschied oder Neuanfang.
Die Anthologieausschreibung zum Ruhrgebiet richtet sich an neue und erfahrene Autorinnen und Autoren. Beachten Sie bei Ihrer Einreichung Thema, Umfang und Einsendeschluss und senden Sie einen sorgfältig überarbeiteten Beitrag ein.
Ihre Geschichte muss nicht „typisch Ruhrgebiet“ sein. Ein Balkon in Marl, ein Schulhof in Essen oder eine Nachtfahrt durch Dortmund kann ebenso von Heimat im Ruhrgebiet erzählen wie Fördertürme und Industriegeschichte.
Mut zur eigenen Ruhrgebietsgeschichte
Schreiben über Heimat heißt nicht, sie zu verklären. Es heißt, genau hinzusehen: auf das Liebevolle, das Schräge, das Verletzliche und das, was sich verändert. Gerade dort, wo Erinnerungen und Gegenwart aufeinandertreffen, entstehen Texte mit besonderer Kraft.
Vielleicht liegt Ihre Geschichte schon in einem Satz, den Sie lange mit sich tragen. Vielleicht wartet sie in einem Fotoalbum, an einer Bushaltestelle oder in der Stimme eines Menschen, den Sie vermissen. Geben Sie diesem Moment Zeit, Worte und eine Form. Das Ruhrgebiet besteht aus vielen Heimaten - und Ihre kann eine davon erzählen.
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