Krallenpflege bei alten Katzen – warum Senioren oft Hilfe brauchen
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Wenn Katzen älter werden, verändern sich auch ihre Krallen. Bei Senior-Katzen sind sie häufiger zu lang, dicker und brüchiger als bei jüngeren Tieren. Gleichzeitig benutzen ältere Katzen ihre Kratzmöglichkeiten teilweise weniger intensiv. Deshalb lohnt es sich, die Krallen im Alter regelmäßig zu kontrollieren.

Warum werden die Krallen im Alter zum Problem?
Katzenkrallen wachsen ständig. Beim Kratzen werden äußere Hornschichten abgestreift – deshalb findet man gelegentlich kleine, scheinbar vollständige „Krallen“ am Kratzbaum oder auf dem Teppich. Dabei handelt es sich normalerweise nur um abgestoßene Krallenhüllen. Wir haben schon etliche von unserem Kater Sammy gefunden.
Bei älteren Katzen kann diese natürliche Krallenpflege schlechter funktionieren. Manche Senioren kratzen weniger als früher. Auch eingeschränkte Beweglichkeit, beispielsweise durch Arthrose, kann es einer Katze erschweren, ihre Krallen ausreichend zu pflegen.
Werden die Krallen zu lang, können sie beispielsweise an Teppichen oder Decken hängen bleiben. Sehr lange Krallen können außerdem die Pfoten verletzen. Regelmäßiges Kürzen kann verhindern, dass eine Kralle in den Pfotenballen wächst und dort eine Entzündung verursacht.
Einmal pro Woche einen Blick auf die Pfoten werfen
Das Cornell Feline Health Center* empfiehlt bei älteren Katzen, die Krallen wöchentlich zu kontrollieren und bei Bedarf zu kürzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass jede Woche geschnitten werden muss. Bei der Kontrolle geht es zunächst darum festzustellen, ob die Krallen ungewöhnlich lang geworden sind oder andere Veränderungen auffallen.
Das lässt sich gut mit dem normalen Kuscheln oder Bürsten verbinden. Wenn deine Katze Berührungen an den Pfoten nicht mag, solltest du sie nicht dazu zwingen.
Die Krallen dieser Katze werden sorgfältig gekürzt und gepflegt. Die Nahaufnahme zeigt die behutsame Vorgehensweise bei der Katzenpflege, wobei besonderer Wert auf Hygiene gelegt wird. Foto: sorapop/Adobe Stock
Woran erkenne ich zu lange Krallen?
Ein typisches Zeichen ist, dass die Katze mit ihren Krallen immer wieder an Teppichen, Decken oder anderen Textilien hängen bleibt. Gerade bei älteren Katzen sollte man deshalb die Pfoten nicht erst kontrollieren, wenn offensichtlich etwas nicht stimmt.
Achte auch auf Veränderungen an den Pfoten. Rötungen, Schwellungen oder wunde Stellen an den Ballen gehören zu den Veränderungen, bei denen eine tierärztliche Abklärung sinnvoll ist. Achte auch darauf, ob deine Katze aufhört an ihren Krallen "zu knabbern". Unser Kater, inzwischen 12 Jahre alt, tut dies allerdings noch immer mit Genuss.
Kann ich die Krallen meiner alten Katze selbst schneiden?
Das ist möglich, wenn du weißt, wie es richtig gemacht wird und deine Katze das Schneiden toleriert. Verwendet werden sollte eine für Katzen geeignete Krallenschere. Wer noch nie Katzenkrallen gekürzt hat oder unsicher ist, sollte sich die richtige Technik in der Tierarztpraxis zeigen lassen. Und: Krallenscheren gibt e nicht nur als mechanische Schere, sondern auch in elektrischer Variante. Für welche Sie sich entscheiden, liegt in Ihren Vorlieben - probieren Sie beides aus, die Krallentrimmer und -scheren sind zu erschwinglichen Preisen zu erhalten.
Kratzen bleibt auch für Senioren wichtig
Nur weil eine Katze älter wird, verliert das Kratzen nicht seine Bedeutung. Allerdings können die gewohnten Kratzmöglichkeiten irgendwann schwieriger zu benutzen sein.
Für Katzen mit eingeschränkter Beweglichkeit können beispielsweise waagerechte Kratzmatten oder niedriger erreichbare Kratzflächen geeigneter sein als ein hoher Kratzbaum, an dem sie sich weit nach oben strecken müssen. Cats Protection empfiehlt solche leichter zugänglichen Kratzmöglichkeiten ausdrücklich für ältere beziehungsweise arthritische Katzen.
Es lohnt sich deshalb, die eigene Katze zu beobachten: Benutzt sie ihren alten Kratzbaum noch gern? Oder kratzt sie inzwischen lieber an einer flachen Unterlage?
Veränderungen nicht einfach aufs Alter schieben
Dass die Krallen einer alten Katze mehr Pflege benötigen, kann eine normale Begleiterscheinung des Älterwerdens sein. Schwierigkeiten bei der Körperpflege oder beim Kratzen können aber auch mit Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit zusammenhängen. Gerade Arthrose kommt bei älteren Katzen häufig vor und kann alltägliche Bewegungen erschweren.
Wenn deine Katze plötzlich auffällig und deutlich weniger kratzt, Berührungen an den Pfoten nicht mehr zulässt, Schmerzen zeigt oder sich ihr Bewegungsverhalten verändert, sollte deshalb ein Tierarzt nach der Ursache schauen.
Kleine Pflegeroutine mit großem Nutzen
Die Krallen gehören bei einer alten Katze genauso zur regelmäßigen Gesundheitskontrolle wie Fell, Zähne, Augen und Ohren. Ein kurzer Blick auf die Pfoten einmal pro Woche genügt zunächst.
Solange die Krallen eine normale Länge haben, muss nichts gemacht werden. Werden sie jedoch zu lang, kann rechtzeitiges Kürzen verhindern, dass sie hängen bleiben oder sogar die Pfoten verletzen.
Und manchmal zeigt uns der Blick auf die Krallen noch etwas anderes: Unsere alte Katze braucht inzwischen bei Dingen ein wenig Unterstützung, die sie früher ganz selbstverständlich allein erledigt hat. Ist ja nicht anders als bei uns Menschen.
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