Werbebild mit Sammy zum Thema Zahnhygiene bei Katzen

Zahngesundheit bei älteren Katzen: Zahnprobleme erkennen und vorbeugen

Wenn die Katze älter wird, verändert sich vieles. Sie schläft vielleicht länger, bewegt sich etwas gemächlicher und wird beim Futter wählerischer. Was viele Katzenhalter nicht wissen: Hinter verändertem Fressverhalten können auch schmerzhafte Zahnprobleme stecken. Gerade bei älteren Katzen verdient die Zahngesundheit deshalb besondere Aufmerksamkeit. Denn kranke Zähne beeinträchtigen nicht nur das Fressen, sondern können die gesamte Lebensqualität unserer Samtpfoten erheblich einschränken.

Wenn Katzen Zahnschmerzen haben, zeigen sie es oft nicht

Katzen sind wahre Meister darin, Schmerzen zu verbergen. Das gilt besonders für Beschwerden im Maul. Selbst eine Katze mit erheblichen Zahnproblemen kann noch scheinbar normal fressen. Manche schlucken ihre Nahrung einfach schneller hinunter, andere kauen nur noch auf einer Seite oder bevorzugen plötzlich weiches Futter.

Oft werden die Veränderungen erst bemerkt, wenn die Zahnerkrankung bereits fortgeschritten ist.

Dabei gibt es durchaus Warnzeichen, auf die Katzenhalter achten sollten:

  1. Unangenehmer oder auffällig starker Mundgeruch
  2. Gerötetes, geschwollenes oder blutendes Zahnfleisch
  3. Gelbliche bis bräunliche Ablagerungen auf den Zähnen
  4. Schwierigkeiten beim Kauen oder häufiges Fallenlassen von Futter
  5. Vermehrter Speichelfluss
  6. Rückzug, Reizbarkeit oder ungewohnte Berührungsempfindlichkeit am Kopf
  7. Gewichtsverlust oder nachlassender Appetit

Nicht jede Katze zeigt diese Symptome. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen der Maulhöhle wichtig, auch wenn das Tier augenscheinlich gesund ist. Wir lassen diese Untersuchung bei Sammys jährlicher Routineuntersuchung machen - und haben nun tatsächlich den Hinweis erhalten, dass bei unserem zwölf Jahre alten Kater das Zahnfleisch entzündet ist und - wahrscheinlich - in Kürze auch ein Zahn gezogen werden muss.

Zahnstein ist nicht nur ein kosmetisches Problem

Im Laufe eines Katzenlebens lagern sich auf den Zähnen Bakterien und Futterreste ab. Daraus entsteht zunächst ein weicher Belag, die sogenannte Plaque. Wird dieser nicht entfernt, kann er durch Mineralien im Speichel zu hartem Zahnstein werden. Besonders problematisch sind die Bereiche am Zahnfleischrand und unterhalb des Zahnfleisches. Hier können sich Bakterien ansiedeln, die Entzündungen auslösen.

Aus einer anfänglichen Zahnfleischentzündung, der Gingivitis, kann sich eine Parodontitis entwickeln. Dabei werden die Strukturen geschädigt, die den Zahn im Kiefer verankern. Im fortgeschrittenen Stadium können sich Zähne lockern und schließlich verloren gehen.

Die sichtbaren Zahnsteinablagerungen sind dabei häufig nur ein Teil des Problems. Was sich unter dem Zahnfleisch abspielt, bleibt dem bloßen Auge weitgehend verborgen.

FORL – eine besonders schmerzhafte Zahnerkrankung

Eine Erkrankung verdient bei Katzen besondere Aufmerksamkeit: die sogenannten felinen odontoklastischen resorptiven Läsionen, früher häufig als FORL bezeichnet. Heute wird meist der allgemeinere Begriff Zahnresorption verwendet. Dabei wird körpereigene Zahnsubstanz durch spezielle Zellen abgebaut. Die Veränderungen können an den Zahnwurzeln beginnen und lange Zeit unentdeckt bleiben. Für die betroffenen Katzen ist diese Erkrankung häufig ausgesprochen schmerzhaft.

Das Tückische daran: Von außen können die Zähne zunächst völlig unauffällig aussehen. Erst spezielle Zahnröntgenaufnahmen machen viele dieser Veränderungen sichtbar. Zahnresorptionen kommen bei Katzen relativ häufig vor, und mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt.

Betroffene Zähne müssen je nach Art und Ausmaß der Veränderungen häufig entfernt oder entsprechend zahnmedizinisch behandelt werden. Eine gewöhnliche Zahnreinigung kann diese Erkrankung nicht heilen. 

Warum eine professionelle Zahnsanierung mehr ist als Zahnsteinentfernung

Wer bei einer Katze an eine Zahnreinigung denkt, stellt sich vielleicht vor, dass der Tierarzt die sichtbaren Beläge entfernt und anschließend die Zähne poliert. Eine umfassende tierzahnmedizinische Behandlung geht jedoch wesentlich weiter.

Tierärzte verwenden dafür auch die Bezeichnung COHAT. Die Abkürzung steht für Comprehensive Oral Health Assessment and Treatment, also eine umfassende Untersuchung und Behandlung der Maulhöhle.

Dazu gehören unter anderem die gründliche Untersuchung aller Zähne und des Zahnfleisches, die Entfernung von Zahnstein und Belägen auch unterhalb des Zahnfleischrandes sowie die anschließende Politur der Zahnoberflächen. Besonders wichtig ist das Zahnröntgen. Denn zahlreiche Erkrankungen der Zahnwurzeln und des Kieferknochens lassen sich bei einer gewöhnlichen Untersuchung nicht erkennen.

Erst durch die Kombination aus Untersuchung und Röntgenbildern kann der Tierarzt beurteilen, welche Zähne gesund sind, welche behandelt werden müssen und ob möglicherweise eine Zahnentfernung notwendig ist.

Das eigentliche Ziel einer solchen Behandlung ist nicht ein möglichst weißes Katzengebiss, sondern ein schmerzfreies und gesundes Maul.

Bild zum Thema Zahnhygiene bei älteren Katzen

Zahnsanierung unter Narkose – ist das bei älteren Katzen gefährlich?

Gerade bei älteren Katzen haben viele Halter verständlicherweise Bedenken, wenn eine Behandlung unter Vollnarkose ansteht. Doch das Lebensalter allein entscheidet nicht darüber, ob eine Narkose vertretbar ist. Viel wichtiger sind der allgemeine Gesundheitszustand, mögliche Vorerkrankungen und eine sorgfältige Vorbereitung.

Vor einer Zahnsanierung wird der Tierarzt deshalb die Katze untersuchen und gegebenenfalls Blutuntersuchungen oder weitere diagnostische Maßnahmen empfehlen. Besonders die Funktion von Nieren, Leber und Herz kann bei älteren Tieren eine Rolle spielen.

Während des Eingriffs werden wichtige Körperfunktionen überwacht. Eine Intubation schützt die Atemwege und ermöglicht eine kontrollierte Narkoseführung. Zusätzlich sorgen geeignete Schmerzmittel und gegebenenfalls örtliche Betäubungen dafür, dass die Behandlung möglichst schonend durchgeführt werden kann.

Eine Narkose ist niemals vollkommen risikofrei. Moderne Überwachung, eine individuell angepasste Narkose und eine sorgfältige Nachbetreuung können das Risiko jedoch deutlich reduzieren.

Entscheidend ist immer die individuelle Abwägung: Welche Risiken bringt die Narkose mit sich, und welche Folgen hätte es, schmerzhafte Zahnerkrankungen unbehandelt zu lassen?

Warum eine Zahnreinigung ohne Narkose keine gute Alternative ist

Manchmal werden Zahnreinigungen angeboten, bei denen die Katze nicht narkotisiert wird. Das klingt zunächst schonender, hat aber erhebliche Nachteile. Ohne Narkose können in der Regel nur oberflächliche, sichtbare Zahnsteinablagerungen entfernt werden. Die besonders wichtigen Bereiche unter dem Zahnfleisch bleiben unbehandelt.

Auch eine gründliche Untersuchung der Maulhöhle und aussagekräftige Zahnröntgenaufnahmen sind bei einer wachen Katze normalerweise nicht möglich. Hinzu kommt, dass das Festhalten und Manipulieren im empfindlichen Maul erheblichen Stress verursachen und Verletzungen begünstigen kann.

Eine solche Behandlung kann daher den Eindruck gesunder Zähne vermitteln, obwohl schmerzhafte Erkrankungen weiterhin bestehen.

Was passiert, wenn Zähne gezogen werden müssen?

Viele Katzenhalter erschrecken bei dem Gedanken, dass ihrer Katze mehrere Zähne entfernt werden könnten. Schließlich braucht sie diese doch zum Fressen! Tatsächlich kommen Katzen mit fehlenden Zähnen erstaunlich gut zurecht. Manche Tiere können selbst nach umfangreichen Zahnentfernungen wieder problemlos Nahrung aufnehmen. Entscheidend ist, dass die schmerzhaften Entzündungen und Zahnerkrankungen beseitigt werden.

Nicht selten berichten Halter nach einer erfolgreichen Zahnsanierung, dass ihre Katze plötzlich wieder lebhafter wirkt, besser frisst und mehr Interesse an ihrer Umgebung zeigt. Manchmal wird erst nach der Behandlung deutlich, wie sehr die Zahnschmerzen das Tier zuvor beeinträchtigt haben.

Zahnpflege zu Hause – auch bei älteren Katzen sinnvoll

Die beste Vorsorge gegen Zahnbelag ist eine regelmäßige Zahnpflege. Idealerweise gewöhnt man Katzen bereits in jungen Jahren daran. Aber auch ältere Tiere können mit etwas Geduld lernen, eine sanfte Reinigung zu akzeptieren. Dabei gilt: Niemals mit Gewalt vorgehen. Zahnpflege soll keine tägliche Stresssituation werden.

Zähneputzen mit spezieller Katzenzahnpasta

Das tägliche Putzen mit einer weichen Tierzahnbürste oder einem geeigneten Fingeraufsatz ist eine besonders wirksame Methode, um Zahnbelag zu reduzieren. Aber ganz ehrlich: Das haben wir bei unseren Freigängern nie gemacht. Sammy ließe sich das Zähneputzen ja vielleicht noch gefallen, aber unser erster Kater Burli, ein sehr wehrhaftes Tier, hätte uns den Mittelfinger gezeigt. 

Wichtig ist, ausschließlich Zahnpasta zu verwenden, die für Katzen geeignet ist. Zahnpasta für Menschen kann Inhaltsstoffe enthalten, die für Tiere ungeeignet oder gesundheitsschädlich sind. Am besten beginnt man langsam: Zunächst darf die Katze an der Zahnpasta schnuppern, anschließend wird sie behutsam an Berührungen der Lippen und Zähne gewöhnt.

Zahnpflegeprodukte und spezielles Futter

Im Handel gibt es außerdem Zahnpflegeleckerlis, die Sammy auch stets gerne verschlungen hat. Ob sie tatsächlich geholfen haben bei unserem kleinen Staubsauger ... wer weiß.  Außerdem gibt es Gele, Futterzusätze und spezielle Dentalfuttermittel. Bei der Auswahl können Produkte mit dem Prüfsiegel des Veterinary Oral Health Council (VOHC) eine Orientierung bieten. Dieses Siegel kennzeichnet Produkte, deren Wirksamkeit gegen Plaque oder Zahnstein nach festgelegten Kriterien nachgewiesen wurde.

Allerdings ersetzen solche Hilfsmittel weder regelmäßige tierärztliche Kontrollen noch eine notwendige professionelle Zahnbehandlung. Auch gewöhnliches Trockenfutter reinigt die Zähne nicht automatisch. Spezielle Dentalfutter besitzen dagegen eine besondere Struktur, die beim Kauen zur mechanischen Reinigung beitragen kann.

Wie oft sollten ältere Katzen zum Zahncheck?

Für ältere Katzen empfiehlt es sich, die Zahngesundheit mindestens einmal jährlich tierärztlich kontrollieren zu lassen. Bei bereits bestehenden Zahnproblemen oder einem erhöhten Erkrankungsrisiko können kürzere Abstände sinnvoll sein.

Eine genaue Altersgrenze, ab der Zahnprobleme auftreten, gibt es nicht. Auch jüngere Katzen können an Zahnresorptionen, Zahnfleischentzündungen oder anderen Erkrankungen leiden.

Wer seine Katze regelmäßig beobachtet und Veränderungen frühzeitig abklären lässt, kann viel dazu beitragen, unnötige Schmerzen zu vermeiden.

Katze beim Tierarzt, Zahnuntersuchung

Gesunde Zähne bedeuten Lebensqualität

Unsere Katzen können uns nicht sagen, wenn ihnen ein Zahn wehtut. Sie können nicht erklären, warum das Kauen unangenehm geworden ist oder weshalb sie sich plötzlich zurückziehen. Gerade deshalb liegt es an uns, auf kleine Veränderungen zu achten.

Eine gute Zahnhygiene, regelmäßige Untersuchungen und bei Bedarf eine professionelle Zahnsanierung können entscheidend dazu beitragen, dass auch ältere Katzen ihr Leben möglichst schmerzfrei genießen.

Denn eine Katze, die ohne Schmerzen fressen, putzen, spielen und schnurren kann, hat ein großes Stück Lebensqualität gewonnen.

Und genau das wünschen wir uns doch für unsere Samtpfoten: dass sie uns möglichst lange gesund, zufrieden und mit einem kräftigen Schnurren begleiten.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung oder Beratung. Ob und wann eine Zahnsanierung sinnvoll ist, sollte immer individuell mit der behandelnden Tierarztpraxis besprochen werden.


 

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